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Interdisziplinäres Dialogforum Mensch und Endlichkeit

13.09.2017 17:00 - 15.09.2017 17:00
Anmeldepflichtig Anmeldung bis 31.07.2017 23:59 Kostenpflichtig
Die Institutionalisierung des Lebensendes zwischen Wissenschaft und Lebenswelt

In der Begleitung des Menschen am Lebensende sind gegenwärtig auf vielen Ebenen weitreichende Verbesserungen zu beobachten: die Verfügbarkeit neuer medizintechnischer Hilfsmittel ebenso wie neue Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Ethik und Recht, und nicht zuletzt die Ausweitung der Angebote der Palliativversorgung und der Hospizbewegung. Zugleich mit diesen Entwicklungen vollzieht sich eine zunehmende Verwaltung und Bürokratisierung der letzten Lebensphase.

Besonders am Lebensende steht der Mensch im Spannungsfeld zwischen den Möglichkeiten der modernen Medizin, einer reduzierten psychosozialen Lebenswelt und eigenen existentiellen Fragen. Das beständige Fortschreiten von Institutionalisierung, Technisierung und Ökonomisierung im Umgang mit Sterben und Tod gefährdet jedoch die Individualität und Würde der Person. Der Freiraum für individuelle Gestaltungen und Erfahrungen läuft Gefahr, wohlmeinenden verwaltungstechnischen und qualitätssichernden Prozeduren ausgeliefert zu werden. Im Erfahren von Vorgängen, die nicht mehr vorhersehbar, beherrschbar oder verstehbar sind, zeigt sich die unabdingbare Schicksalhaftigkeit und Kontingenz des Lebensendes. Die Antwort unserer Zeit besteht in der Schaffung von Regelwerken und von öffentlichen und privaten Organisationen mit dem Ziel, alle Vorgänge zu erfassen, zu bewerten und zu kontrollieren, um Kontingenz so weit wie möglich zu reduzieren. Dennoch - so der Soziologe Reimer Gronemeyer - werde am Ende des Lebens die grenzenlose Ratlosigkeit und metaphysische Obdachlosigkeit des modernen Menschen offenbar.

Hier möchte das Dialogforum Mensch und Endlichkeit Raum für Dialog und Begegnung auf der Grundlage zukunftstragender Prinzipien geben. Die bedürfnisgerechte und individuelle Gestaltung des letzten Lebensabschnitts erfordert einen wissenschaftlichen Dialog, der von der Offenheit gegenüber allen Disziplinen sowie der Unabhängigkeit von institutionellen Interessen getragen ist – in der Wissenschaft wie in der Versorgung.

 

Eine Anmeldung ist gegen eine erhöhte Teilnahmegebühr auch nach 31. Juli möglich. Verbindliche Anmeldung unter: netzwerk-lebensende(at)medunigraz.at

bis zum 31. Juli 2017 zum Frühbuchertarif,
ab dem 1. August 2017 ein Drittel Zuschlag

VeranstalterIn:
Netzwerk Lebensende (WTZ Süd), Institut f. Sozialmedizin & Epidemiologie (Med Uni), Institut für Moraltheologie (Uni Graz)
Schloß Goldegg, Hofmark 1, 5622 Goldegg (Pongau)
Kontaktperson:
Mag. Kristin Attems
Netzwerk Lebensende (WTZ Süd)
E-Mail: netzwerk-lebensende(at)medunigraz.at
Telefon: +43 316 380 4398

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