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Präsenz-Veranstaltung 25.01.2023 19:00 - 20:30

VeranstalterIn

ARBEITSGEMEINSCHAFT „DEMOKRATIEFORSCHUNG“ DER GEISTESWISSENSCHAFTLICHEN FAKULTÄT DER UNIVERSITÄT GRAZ

Veranstaltungsort:

Ort: HS 06.03, Universitätsplatz 6, 8010 Graz

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Vortragsreihe: Demokratie als Herausforderung

Brauchen Demokratien ein Recht auf Nicht-Übersetzung?

Ein Recht auf Übersetzung wird oftmals als eine Voraussetzung für das Funktionieren einer (multilingualen) demokratischen Gesellschaft angesehen, da der Zugang zu Bildung, Gesundheitswesen, politischer Mitbestimmung und intellektueller Diskursführung nur durch eine geteilte Sprache möglich wird. Übersetzungspraktiken bilden dabei ein wesentliches Element, um gegenseitiges Verständnis zu ermöglichen. Eine (idealtypische) demokratische und inklusive Translationspolitik unterstützt mehrsprachige Teilhabe am kulturellen und politischen Geschehen und ermöglicht es öffentlichen Institutionen in Medizin, Justiz oder Bildung ihren gesellschaftlichen Aufgaben gerecht zu werden. Weniger beleuchtet wird hingegen das Gegenteil, nämlich das potenzielle Recht unübersetzt zu bleiben.

Welche Institutionen, Kollektive oder Einzelpersonen haben die Macht darüber zu bestimmen, welche Informationen preisgegeben werden?

Wie wird ausgehandelt, welche Inhalte interpretiert werden und welche kulturellen Ausprägungen repräsentiert werden? Translation geht stets mit Bedeutungsverschiebungen und der Macht einher, die Andere:n darzustellen. Es stellt sich uns daher die Frage, ob es in einer Demokratie daher auch die Möglichkeit eines Translationsverzichts (Prunč) von Seiten der Translator:innen geben muss und ob Individuen oder Gruppen entscheiden können (sollten), ob sie überhaupt übersetzt werden sollen oder

nicht. Diese Frage stellt sich ganz praktisch in mehrsprachigen gerichtlichen Verfahren oder bei gedolmetschten Gesprächen mit Ärzt:innen in europäischen Gesellschaften. Genauso betrifft das Recht unübersetzt zu bleiben die Darstellung von und Maßnahmen zur Zwangskontaktierung von in Abgeschiedenheit lebenden indigenen Bevölkerungsgruppen in Südamerikas Amazonastiefland. Der Vortrag wirft zunächst Fragen zum Recht auf Übersetzung sowie der Bring- und Holschuld zum Ermöglichen von Kommunikation, Repräsentation und Translation in mehrsprachigen Gesellschaften auf. Durch Reflexionen zur Situation der Tagaeri-Taromenani, –indigene Bevölkerungsgruppen aus dem Amazonasgebiet, die in Abgeschiedenheit leben – wird schließlich erörtert, unter welchen Umständen in demokratischen Gesellschaften, Personen, Gruppen oder Institutionen einen Translationsverzicht rechtfertigen können.

Illiberale Demokratien, neue autoritäre Regime, geringe Wahlbeteiligungen, Populismus, eine allseits konstatierte vermeintliche Politikverdrossenheit der jungen Generation und multiple Krisen setzen unser demokratisches System unter Druck. Sie machen klar, dass das Funktionieren und der Fortbestand der demokratischen Lebensform nicht ohne Anstrengungen und stete Selbstreflexion gesichert ist. Die Vortragsreihe „Herausforderung Demokratie“ beleuchtet das Konzept Demokratie aus Perspektiven unterschiedlicher geisteswissenschaftlicher Disziplinen und fragt nach den Beiträgen, die die Geisteswissenschaften auf die beschriebenen Krisen der Demokratie leisten können. Die Vortragsreihe richtet sich an eine universitäre ebenso wie außeruniversitäre Öffentlichkeit.

Kontakt

Centrum für Jüdische Studien Mag. Beate Konecky 0316/380-3900

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